Eine kurze geschichtliche Einführung macht den Leser mit der langen Geschichte der Stadt vertraut, beginnend mit der ersten Erwähnung der Stadt bis hin zu den hochaktuellen Entwicklungen des 21. Jh. Der erste Rundgang riskiert einen Blick hinter die Fassaden von Bremens guter Stube, dem Marktplatz mit seinem Ensemble aus Dom, Rathaus, Bürgerschaft und Roland. Was macht eigentlich die englische Königin am Alten Rathaus? Und stammt Bremen tatsächlich von Atlantis ab? Verblüffende Details wie diese und ein Abstecher in das älteste erhaltene Stadtviertel, den Schnoor, runden diese Tour ab. Ein zweiter Gang durch die Innenstadt widmet sich dem jahrhundertelangen Miteinander von Einheimischen und Fremden, beginnend bei den Bremer Stadtmusikanten als den berühmtesten Zuwanderern. Den wahren Hintergrund des Märchens bildete die traditionsreiche Bremer Musikerzunft, die seit dem 15. Jahrhundert Spielleuten Arbeit und festes Gehalt bot. Auch der vielleicht berühmteste Bremer ist ein Fremder: Roland war unter Karl dem Großen Markgraf der Bretagne. Für die zahlreichen Auswanderer, die Bremen verließen, steht unter anderem der Romanheld Robinson Crusoe, Sohn eines nach England ausgewanderten Bremischen Kaufmannes. Die östliche Vorstadt mit ihrem reizvollen Nebeneinander von Hoch- und Subkultur ist Ziel der dritten Tour. Kunsthalle und Theater werden ebenso besucht wie das Schauspiel im Brauhauskeller. Warum sind die Straßen im Milchquartier so kurvig? Und was trägt die Weser zur Entstehung des Bremer Hauses bei? Nach dem Kulturgenuss locken gemütliche Eckkneipen, Szenelokale und gepflegte Restaurants. Eindrückliche Einzelschicksale wie die des Kaufmannes und Wohltäters Julius Bamberger oder der 1943 hingerichteten Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek illustrieren die schwere Zeit des Nationalsozialismus. Für die Schrecken beider Kriege stehen gigantomanische Bauten wie der U-Boot-Bunker Valentin oder das Ehrenmal an der Altmannshöhe, das neben 7000 Kriegstoten des Ersten Weltkrieges auch rund 3000 von den Nationalsozialisten „erfundene“ Kriegsopfer würdigt. Ein Hafenspaziergang rundet den Band ab und bietet spannende Informationen zur Geschichte und Gegenwart des früheren Überseehafens zwischen Hafentradition und Investorenprojekten. Andreas Calic, Cecilie Eckler-von Gleich, Thomas Gehrmann, Diethelm Knauf, Wiebke Lorch, Christiane Pohlmann und Claudia Seidel haben aus ihrer reichen Erfahrung als Gästeführer geschöpft und bürgen für abwechslungsreiche Entdeckungsspaziergänge für Einheimische und Gäste. |